Hanf

Arzneipflanze des Jahres 2018 Österreich

 

Hanf

 

Cannabis sativa gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde bereits vor 5000 Jahren zur Faser- und Ölgewinnung, aber auch wegen der schmerzlindernden Wirkung, in Asien (China, Indien) und in Ägypten kultiviert. Hanffasern aus dem Bast der Stängel werden als Gewindedichtungsmaterial („Einhanfen“) und zur Herstellung von Seilen, Tauen, Segeltuch, Textilien, Zellstoffen, Papieren und naturfaserverstärkten Kunststoffen verwendet.

 

Hanf pharmazeutisch betrachtet

Lateinische Bezeichnung: Cannabis sativa

Deutsche Bezeichnung: Hanf

Trivialnamen: Hanaf (althochdeutsch), Hanif (mittelhochdeutsch), Hanuf (althochdeutsch), Haschischkraut, Marihuana

Englisch: Hemp

Stammpflanze: Cannabis sativa L. (Familie Cannabaceae/Hanfgewächse)

 

Herkunft: Cannabis sativa kommt in allen warmen und gemäßigten Zonen der Erde vor, bedeutend sind jedoch nur die Kultursorten für die Fasergewinnung und jene, die zur Gewinnung von Marihuana (getrocknete Triebspitzen weiblicher Pflanzen), oder zur Bereitung von Haschisch (dem von den Triebspitzen gewonnenen Harz) dienen.

Wegen des Gehalts an Cannabinoiden ist der Anbau von Hanf in den meisten Ländern gesetzlich geregelt.

 

Hanfpflanze

 

Verwendeter Pflanzenteil: Die getrockneten Triebspitzen (Marihuana) oder das von Triebspitzen gewonnene Harz (Haschisch) weiblicher, blühender Pflanzen.

 

Inhaltsstoffe: rund 400 verschiedene Inhaltsstoffe, davon etwa 100 verschiedene Cannabinoide sowie diverse Terpene und Flavonoide. Die Hauptwirkstoffe von Cannabis sativa sind die Cannabinoide, von denen das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) am besten untersucht sind.

THC (INN: Dronabinol), das für die psychotropen Wirkungen maßgeblich ist, ist in Marihuana zu etwa 1-5% THC, in Haschisch zu etwa 10-15% enthalten.

 

Wirkung: Am besten untersucht sind die Wirkungen des THC, dieses hat die stärkste psychotrope Wirkung. CBD wirkt gegen Übelkeit, neuroprotektiv und entzündungshemmend. CBD besitzt keine psychotrope Wirkung.

Die psychotropen Effekte von Cannabis-Zubereitungen bzw. THC sind beruhigend, entspanned, stimmungshebend, aber auch ängstlich, dysphobisch und aggressiv. Das „High-Gefühl“ geht mit akustischen und optischen Wahrnehmungsveränderungen einher.

Die Herzfrequenz wird erhöht und nach hohen Dosen können orthostatische Hypotonie, Schwindelerscheinungen und Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Langfristige Einnahmen verringern die Konzentrationsfähigkeit, die Motivation und das Kurzzeitgedächtnis. Problematisch sind Cannabispsychosen in Form von episodischen Verwirrtheitszuständen mit Halluzinationen, Delirien, Erregungszuständen bzw. chronischen Psychosen mit schizophrenartiger Symptomatik.

Daneben wirkt Cannabis krampflösend, muskelentspannend, schmerzstillend, appetitsteigernd und gegen Übelkeit.

 

Volksmedizinische Verwendung: Cannabis zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, ist äußerst widerstandsfähig und hat ihren Ursprung im asiatischen Raum. Die Pflanze kam über Vorderasien, Afrika, Arabien und Ägypten Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa. Sie wurde bei Schmerzen, Spasmen, Asthma, neurologischen Störungen und Appetitlosigkeit angewendet.

 

 

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Quellen:
Blaschek, Wolfgang (2016): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. 6. Auflage, Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Schönfelder, Ingrid/Schönfelder, Peter (2004): Das neue Handbuch der Heilpflanzen. Botanik, Arzneidrogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.


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