Zeckenterror

Zecken sind kleine Spinnentiere, die besonders bei Temperaturen zwischen 17 °C und 20 °C auf ihre Opfer warten. Außer ein paar Vogelarten und Fadenwürmern haben sie wenige natürliche Feinde. Sie sitzen gerne auf Blättern und Zweigen von Büschen, im Unterholz des Waldes und im hohen Gras. Die sehr lichtempfindlichen Tierchen können sogar bis zu 1,50 m hoch klettern, dies entspricht dem 500fachen ihrer eigenen Körpergröße. Beim Vorbeigehen werden sie von Menschen und Tieren abgestreift, so finden sie den Weg zum Blut besonders einfach. Zecken können jedoch bis zu einem Jahr ohne Mahlzeit überleben, sie warten jedoch geduldig, da sie Blut dazu brauchen, um ins nächste Entwicklungsstadium zu gelangen. Zecken leben etwa 1,5 bis 4,5 Jahre, bekommen sie kein Blut, werden sie nie erwachsen.

   

In Österreich sind die so genannten Schildzecken heimisch: Diese haben jedoch keine Augen, sondern sie haben ein zusätzliches Organ - das Haller'sche Organ. Sie können Milchsäure (ein Schweißbestandteil) riechen, auf ausgeatmetes CO2 reagieren, spüren Vibrationen und Wärme und können uns dadurch orten. Haben sie uns erst einmal entdeckt, legen sie sich auf die Lauer und lassen sich von uns abstreifen. Sie suchen nach Regionen, die warm, feucht und gut durchblutet sind, wie zB Kniekehlen, Achselhöhlen, im Nacken, am Haaransatz oder im Bereich der Geschlechtsorgane.

Die Opfer merken meist kaum etwas von den Blutsaugern, da diese beim Stechen ein Betäubungsmittel abgeben, wodurch die Einstichstelle betäubt und die normale Wundreaktion verhindert wird. Der Stechapparat der Zecke heißt Hypostom, dieser ist mit Widerhaken versehen. Durch Substanzen in ihrem Speichel werden diese Widerhaken fest in die Haut gedrückt. Weibchen saugen 7 Tage Blut, wobei sie bis zu 5 Milliliter trinken und lassen sich danach von ihrem Wirt fallen. Zecken injizieren zwar ihren Opfern kein Gift, doch während sie Blut saugen, können gefährliche Krankheitserreger übertragen werden. Das Tückische dabei ist, dass die Betroffenen oft gar nichts vom Zeckenstich merken oder ihn nicht mit später auftretenden Krankheitssymptonen in Verbindung bringen. So geht wertvolle Behandlungszeit verloren und die Krankheit kann sich weiter ausbreiten.

Lyme-Borreliose

Diese tückische Krankheit kann die Haut, Gelenke, das Nervensystem, die Augen und sogar das Herz betreffen. Borrelliose-Bakterien können sich im Mitteldarm jeder Zecke befinden, diese werden jedoch nicht sofort nach dem Biss übertragen. Es dauert 12 - 24 Stunden, bis sie aus dem Darm in die Speicheldrüsen wandern, um auf uns übertragen werden zu können. Wird ein Zeckenstich also schnell erkannt, so kann man Borreliose ziemlich sicher ausschließen.

So genannte Wanderrötungen ("Erythema migrans") können erste Anzeichen einer Infektion sein. Dabei bildet sich um die Einstichstelle eine kreisförmige Hautrötung, die weiter wandert. Da dies Tage oder Wochen dauern kann, sollte man die Einstichstelle beobachten, doch nicht bei jedem Patienten tritt dieses Symptom auf. Andere Hinweise auf eine Ansteckung können sein: Kopfschmerzen, Fieber, Lymphknotenschwellungen und Muskelschmerzen ähneln einer Grippe, dadurch denkt man oft nicht an eine Borreliose.

Es kann Wochen oder Monate dauernd, bis Gelenke, Nerven oder sogar das Herz betroffen sind. Beispielsweise kann die Krankheit zu Gesichtslähmung oder Gelenkentzündungen ("Lyme-Arthritis") führen. Da es keine Impfung gegen Borreliose gibt, ist rasches Handeln nach einem Zeckenstich wichtig. Wird dieser nicht sofort entdeckt, ist eine Behandlung mit ausreichend Antibiotika notwendig.

   

 

FSME (Frühsommer-MeningoEnzephalitis)

FSME-Viren können im Gegensatz zu Borrelien sofort übertragen werden, daher schützt ein schnelles Entfernen der Zecke nicht vor dieser Krankheit. Bisher ist noch nicht bekannt, warum manche Menschen gar nicht oder nur leicht erkranken, während andere sogar daran sterben. Es ist jedoch bewiesen, dass das Alter eine Rolle spielt: Je älter der Betroffene ist, umso schlimmer ist die Erkrankung, 30 - 40 % der Patienten behalten Dauerschäden.

Der typische Verlauf der Krankheit gliedert sich in zwei Stadien:

Stadium 1:

Frühsommer-Meningoenzephalitis beginnt oft wie eine Sommergrippe, Symptome wie Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber treten auf und man fühlt sich schlapp. Unter Umständen ist die Erkrankung überstanden und man ist somit immun gegen das Virus.

Stadium 2:

Bei einem Teil der Infizierten wird das zentrale Nervensystem befallen, dabei kann es zu einer Hirnhautentzündung oder einer Gehirnhautentzündung kommen. Die Symptome einer Hirnhautentzündung (Meningitis) sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.

Die schwerer Form der FSME ist die Gehirnhautentzündung, hierbei sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen. Dabei treten die Symptome einer Hirnhautentzündung auf, weiteres kann diese Krankheit zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen (Antriebsschwäche, Depressionen) oder auch zu Lähmungen führen. Leider sterben ca. 1 - 2 % der Patienten, bei denen das zentrale Nervensystem befallen wurde an dieser Krankheit.

Tipps für zeckenfreie Tag

o) in Zeckengebieten lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen (am besten Socken über Hose ziehen)

o) auf heller Kleidung sind Zecken besser sichtbar

o) zeckenabweisende Mittel auftragen (Sprays oder Cremes aus der Apotheke - auch für empfindliche Haut!)

o) in Wäldern auf Wegen bleiben statt ins Unterholz zu gehen

o) Körper nach "Besuch" in Zeckengebieten nach Zecken absuchen (besonders achten auf Achselhöhlen, Kniekehlen, zwischen den Beinen, im Nacken und am Haaransatz)

o) auch an Haustiere denken

 

 

 

Gefahr durch Zeckenbefall in Österreich

Auf der Webseite www.zecken.at finden Sie zusätzliche wichtige Informationen über Zecken, deren richtiges Entfernen, übertragene Krankheiten, Schutzimpfungen und Verbreitungsgebiete.

Vor allem, wenn Sie sich in einem Risikogebiet befinden, sollten Sie sich unbedingt impfen lassen! Wir informieren Sie in unserer Apotheke gerne darüber!