Der „weiße Zettel“ = Das Rezept

(Eine informative  Geschichte)
 
 

 Kassenrezept ohneDaten

 

Es war einmal ein kranker Mensch, der sich sehr schlecht fühlte. Daher machte er sich auf den Weg zum Arzt. Nach einer gründlichen Untersuchung verordnete der Arzt seinem kranken Patienten Medikamente, damit es ihm rasch wieder besser ging.

 

Zu diesem Zweck holte der Arzt seinen Rezeptblock hervor. Er bezeichnete am Kopf des Rezeptes die Krankenkasse, bei der der Patient versichert war, ergänzte Vor- und Nachname und die vollständige Versicherungsnummer sowie die Adresse des Erkrankten. Im unteren Teil des Rezeptes setzte er das Datum ein und listete die benötigten Medikamente samt der angeordneten Dosierungsempfehlung auf. Zuletzt unterfertigte er das Rezept und überreichte es dem kranken Besucher.

 

Dieser machte sich mit dem Rezept rasch in die Apotheke auf, immer darauf bedacht, das Rezept nicht zu verlieren, nicht zu beschmutzen oder zu zerknüllen. Immerhin enthielt es wichtige Informationen, damit er rasch wieder gesund werden konnte und stellte außerdem einen großen Wert dar. Nur wenn es heil in der Apotheke ankam, würden die Kosten für seine dringend benötigten Medikamente von der Krankenkasse übernommen werden und für ihn blieb nur mehr ein geringer Kostenanteil zu bezahlen. 

 

Bevor der Patient in der Apotheke seine Medikamente erhält, wird zuerst  der Strichcode am Rezept eingescannt und die Patientendaten (Versicherungsnummer und Geburtsdatum) werden in den Computer eingegeben. Danach werden der verschreibende Arzt und  alle Medikamente erfasst,  die an den Patienten ausgefolgt werden. Gleichzeitig werden dabei Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten gecheckt.

 

Es gibt Ärzte, die mit den Krankenkassen (mit allen oder mit einzelnen ausgewählten) vereinbart haben, dass ihre verordneten Medikamente automatisch von den jeweiligen Kassen übernommen werden - das sind sogenannte Kassenärzte. Geht man zu einem Wahlarzt, so hat dieser keine Verträge mit Krankenkassen. Er darf ein Rezept ausstellen, jedoch entscheidet die jeweilige Krankenkasse erst nach dem Einlösen des Rezepts in der Apotheke, ob sie die Kosten für die Medikamente übernimmt.

 

 

Nun gibt es 2 Möglichkeiten:

 

  1. Der Patient zahlt die Medikamente (z.B. Anti-Baby-Pillen, Potenzmittel, …) selbst. Dabei handelt es sich um Medikamente, deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden können. In dem Fall bekommt er sein Rezept wieder zurück – auf dem Rezept werden die Medikamentenpreise bestätigt und das Abgabedatum vermerkt. Außerdem bekommt er eine entsprechende Quittung dazu. In manchen Fällen ist es möglich, dieses Rezept erneut einzulösen.


  2. Die Apotheke rechnet mit der Krankenkasse ab, welche die Kosten für das Medikament übernimmt. Der Patient bezahlt lediglich einen Kostenanteil in Form einer Rezeptgebühr pro Packung. Das Rezept wird dann elektronisch erfasst. Nach dem Monatsende wird das Rezept mit vielen, vielen anderen Rezepten via die Pharmazeutische Gehaltskasse an die Abrechnungsstellen geschickt. Das passiert in Form eines Wertpaketes mit den Papierrezepten  per Post und gleichzeitig auf elektronischem Weg (der Strichcode wir eingelesen und die Info an die Abrechnungsstelle geschickt). Die Verbindung ist verschlüsselt und sicher. Die Pharmazeutische Gehaltskasse überweist das Geld für die abgegebenen Medikamente der Apotheke.

 

Das Rezept (der „weiße Zettel“)ist angekommen und hat seine Aufgabe erfüllt.