Allergie – Die Saison ist eröffnet!

Auch wenn dieser Winter einer der kältesten der letzten 50 Jahre war und somit den Allergikern unter uns eine vergleichsweise lange Zeit der Ruhe beschert hat, beginnt jetzt die Zeit, die im Nu eine große Belastung für alle Allergiker darstellt – außer man sorgt rechtzeitig vor.

 

 

Was passiert, wenn das Immunsystem überreagiert?

Täglich atmet man Tausende von Pollenkörnern ein, für einen gesunden Körper ist dies auch nichts Besonderes. Wenn man an einer Allergie gegen einen der eingeatmeten Stoffe leidet hingegen schon. Dann wehrt sich unser Abwehrsystem (Immunsystem) gegen eigentlich ungefährliche Stoffe, die zum Beispiel in diversen Nahrungsmitteln oder eben auch den Pollen vorkommen. Bei einer Allergie macht das Immunsystem sozusagen aus einer Mücke einen Elefanten.

Der Körper bildet sogenannte IgE-Antikörper um diese, wie er glaubt feindlichen Stoffe abzuwehren und wieder auszuscheiden. Ganz typische Symptome, die dabei entstehen sind u. a. unangenehmer Schnupfen, Niesreiz oder auch tränende Augen. Auch Asthma – aufgrund eines Heuschnupfens – ist mittlerweile eine häufig auftretende Diagnose.

 

Bei den meisten Allergien handelt es sich um Pollenallergien, ausgelöst durch:

  1. Gräserpollen (auch Getreide wie Hafer, Weizen, Gerste, Roggen)
  2. Baumpollen (Erle, Hasel, Birke) und
  3. Kräuterpollen (Ragweed, Beifuß, Margarite, Löwenzahn, Raps)


Dabei wiederum sind Birkenpollen im Frühjahr und Ragweed im Herbst die häufigsten Auslöser. 

Zwischen Pollen und Nahrungsmitteln kann es auch zu sogenannten Kreuzreaktionen kommen - die Allergie auf gewisse Pollen kann auch zu einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln führen.

Allergien zu bekämpfen ist wahrlich nicht leicht, trotzdem sollte man es keineswegs unversucht lassen, denn unbehandelt können sich chronische Folgen entwickeln. Die passende, rechtzeitige Vorbeugung kann dabei einen wesentlichen Beitrag leisten, dass Allergien nicht auftreten oder zumindest nur in leichterer, abgeschwächter Form. Dann können auch betroffene Personen den Frühling im wahrsten Sinne des Wortes „in vollen Zügen“ genießen.

 

 

Vorbeugen mit Vitaminen und Mineralstoffen

Man möge denken, dass das Vermeiden eines Kontaktes mit potenziellen Allergieträgern, wie Staub, Haustieren oder auch blühenden Wiesen, eine ausreichende Vorbeugung vor Allergien ist. Allerdings kann man diesen Stoffen nicht gänzlich aus dem Weg gehen, weshalb es besonders wichtig ist, dass man das Immunsystem rechtzeitig vorbereitet und stärkt.

Eine wichtige Vorkehrungsmaßnahme gegen Allergien ist die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen, da diese in der Lage sind, allergische Reaktionen zu mildern. Sehr bewährt hat sich dafür die Einnahme von Vitamin C zusammen mit einem kombinierten Mineralstoff-Vitamin-Präparat. Wir beraten Sie dazu gerne in der Apotheke – auch im Hinblick auf die richtige Dosierung, da diese für die spezifische Anwendung bei Allergien abweichend vom normalen Tagesbedarf ist.

 

 

Hilfe im akuten Fall

Zur Linderung von akuten Beschwerden aufgrund einer Pollenallergie kann eine lokale Behandlung für Entlastung sorgen. Ähnlich wie bei einem Erkältungsschnupfen schwillt auch beim allergischen Schnupfen die Nasenschleimhaut an und produziert dabei viel Schleim. Durch Nasensprays und Augentropfen, die eine Abschwellung der Schleimhaut bewirken, können die Beschwerden gelindert werden. Die befreiende Wirkung setzt bereits nach wenigen Minuten ein und hält für einige Stunden an. Eines ist wichtig: Halten Sie bitte die in der Packungsbeilage angegebenen Behandlungspausen ein, da abschwellende Nasentropfen/Nasensprays nicht ununterbrochen über einen längeren Zeitraum angewendet werden sollen.

Lassen Sie sich bei uns in der Apotheke auch zu Vorbeugungsmöglichkeiten oder sanften Behandlungsmöglichkeiten mit Hilfe der Homöopathie oder Schüssler Salzen beraten. Oft kann man die Symptome damit sehr effektiv schon im Frühstadium lindern. Dann können auch Allergiker den Frühling in all seiner Pracht genießen.

 

Therapiemaßnahmen

Es gibt viele Möglichkeiten, sich gegen Allergien mit Hilfe von Arzneimitteln zu wehren. Die Behandlung ruht dabei auf drei Säulen:

  1. Allergieauslöser so gut wie möglich meiden
  2. Medikamente und andere Maßnahmen zur Linderung der Symptome
  3. spezifische Immuntherapie, auch bekannt als Hypo- oder Desensibilisierung.
    • Rette sich, wer kann – das gilt für Pollenallergiker ganz besonders. In diesem Sinne wäre es günstig, den Urlaub so zu planen, dass man die "schlimmste" Zeit in den Bergen oder am Meer verbringen kann. Wenn das aber nicht möglich ist, helfen auch Vorsichtsmaßnahmen wie: möglichst wenig im Freien aufhalten; den Rasen im Garten oft kürzen; Fenster beim Schlafen schließen, auch im Auto die Fenster geschlossen halten.

    • Immuntherapie

      Um das Allergieproblem an der Wurzel zu packen, empfiehlt sich eine spezifische Immuntherapie. Einzelheiten darüber erfragt man am besten bei Spezialisten in einer Allergieambulanz zum Beispiel. Die exakte Diagnose, also die Identifizierung des allergieauslösenden Stoffs, steht am Anfang einer spezifischen Behandlung. Bei einer Desensibilisierung bekommt der Patient den Allergieauslöser in sehr geringen Mengen verabreicht. Dabei soll sich der Körper die Überreaktion "abgewöhnen".

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SO KÖNNEN SIE DEN POLLEN BESSER AUS DEM WEG GEHEN:

 

  1. Halten Sie sich so wenig wie möglich im Freien auf. Versuchen Sie, an Tagen starker Pollenbelastung längere Aufenthalte und Sport im Freien zu meiden und Ihren Tagesrhythmus auf die Belastungshöchstwerte einzustellen. Wenn Sie doch einen Spaziergang unternehmen, so gehen Sie in den Laubwald (Laub filtert Pollen). In der Regel ist die Belastung in der Stadt abends und am Land frühmorgens am höchsten.
  2. Nützen Sie Pollenwarndienste und Pollenkalender. Über die Medien, im Internet , bei Arzt und Apotheker erhalten Sie Pollenkalender mit Informationen über die Blütezeit der Pflanzen, die Konzentration der Pollen in der Luft und einen Richtwert über die 'Route' des Pollenflugs.
  3. Tragen Sie Sonnenbrillen. Eine Brille – idealerweise mit Seitenschutz – kann einen Teil der Pollen abfangen. Sind die Augen geschützt, kann der fliegende Blütenstaub schwerer hinein gelangen und Reizungen werden verhindert.
  4. Vermeiden Sie zusätzliche Anstrengung für die Augen. Durch Bildschirmarbeit und trockene oder staubige Luft werden die sensibilisierten Augen noch mehr belastet. Legen Sie auf jeden Fall regelmäßige Pausen ein.
  5. Lüften Sie nur an belastungsarmen Tagen. Achten Sie dabei auf die Windrichtung und halten Sie nachts die Fenster geschlossen.
  6. Intensivieren Sie Körper- und Kleidungspflege. Pollen bleiben am Körper und an der Kleidung haften. Um sie zu entfernen, sind eine gründliche Dusche, tägliches Haarewaschen oder intensives Durchbürsten sowie täglicher Kleidungswechsel ratsam. Deponieren Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer.
  7. Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.
  8. Halten Sie die Wohnung staubfrei. Verwenden Sie einen Staubsauger mit Filter oder wischen Sie feucht.
  9. Flüchten Sie in den Urlaub. Planen Sie in der Pollenhauptsaison einen Urlaub ein. Ab einer Seehöhe von 1.500m und am Meer bzw. auf küstenfernen Inseln sind Sie vor den Pollen sicher. Beachten Sie die Faustregel: je weiter südlich, desto früher fliegen die Pollen
  10. Verwenden Sie im Auto einen Pollenfilter (Achtung, unbedingt regelmäßig reinigen und wechseln!).
  11. Stop Smoking. Nikotin schädigt die Schleimhäute der Atemwege und macht sie anfälliger für die Reizung durch Pollen.
  12. Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Nehmen Sie regelmäßig Ihre antiallergischen Medikamente ein und stärken Sie die allgemeine Immunabwehr.
  13. Reinigen Sie Ihr Haustier. Auch bei den Haustieren setzen sich Pollen im Fell fest und sie bringen diese so in die Wohnung.
  14. Nicht die Augen reiben. Durch den Druck des Reibens wird Histamin freigesetzt und der Juckreiz wird verstärkt.
  15. Für Heuschnupfen-Allergiker wichtig: den Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen angebaut werden.

 

 

 

 

Quellen:

ApoVital 3/2017

http://www.apotheker.or.at/Internet/OEAK/NewsPresse.nsf/webPages/1B445BABCF44A454C1256AB5002E5A0B?OpenDocument